Das Buch – jetzt auch gedruckt

Erst die Website, dann das eBook (etwa bei iTunes) – und jetzt die gedruckte Fassung. Das Buch “Digitales Storytelling” ist ab sofort auch in klassischer Form zum Anfassen und haptischen Blättern erhältlich: im Buchladen der Wahl, direkt beim Verlag Springer VS oder in diversen Online-Buchshops wie Weltbild, Amazon oder Der Club Bertelsmann.
Zur Orientierung und als Vorgeschmack, was den Leser erwartet, hier ein kleiner Leitfaden durch das Buch:
Digitales Storytelling ermöglicht nicht bloß eine ganze Palette neuer, innovativer Darstellungsformen, sondern bietet auch die Chance, die Qualität im Journalismus nachhaltig zu verbessern. Deshalb soll nach einem einleitenden Kapitel zunächst → im Kapitel 2 definiert werden, was Qualitätsjournalismus im digitalen Zeitalter ausmacht. Denn auch wenn die Medienbranche durch Auflageneinbrüche, das Social Web, mobile Endgeräte und ein allgemein gewandeltes Mediennutzungsverhalten ordentlich aufgewirbelt wird: Entscheidend für guten Journalismus bleiben nach wie vor einige alte Handwerksregeln, die lediglich eines kleinen Updates bedürfen, aber nicht über Bord geworfen werden sollten. In diesem Kapitel wird genauer herausgearbeitet, welche Kriterien qualitativ hochwertigen Journalismus ausmachen, welche Rolle beispielsweise Recherche, Nutzerführung oder journalistische Dramaturgie spielen.
Es gibt keine neuen und alten Medien, nur Werkzeuge, um Geschichten besser zu erzählen.*
Ob in einer gedruckten Tageszeitung oder einer multimedialen Tablet-App einer Wochenzeitschrift: Gute Geschichten faszinieren seit jeher die Menschen – ganz gleich auf welcher Plattform. Kenntnisse über Kameratechnik, Videoschnitt-Programme oder Software-Tools können einem Journalisten zwar nicht schaden, das Wichtigste ist und bleibt aber die Fähigkeit, spannende Geschichten zu recherchieren und sie sowohl korrekt als auch ansprechend zu erzählen. Digitales Storytelling knüpft an diese Tradition an, indem es uralte Erzähltechniken, wie jeder sie vom Lagerfeuer her kennt, mit dem Einsatz digitaler Medien verbindet. Die wichtigsten Grundlagen dazu sollen → im Kapitel 3 vorgestellt werden. Das Erzählen auf digitalen Plattformen erfordert zudem noch eine journalistische Fähigkeit, die ebenfalls in diesem Kapitel beschrieben werden soll: den kompetenten Umgang mit den verschiedenen Medienarten, die auf digitalen Plattformen kombiniert werden können. Nur wer sowohl die Stärken als auch die Schwächen von Text, Foto, Video, Audio und Grafik kennt, kann die verschiedenen Medienarten in der redaktionellen Praxis richtig einsetzen. Kurze Checklisten zu jeder Medienart geben am Ende der Abschnitte nochmals gebündelt einen Überblick darüber.
[Foto: Stefan Bayer / pixelio.de]

[Foto: Stefan Bayer / pixelio.de]

Ein digitales Endgerät, das die multimediale Verbindung aller Medienarten auf eine für die Medienbranche viel versprechende Weise ermöglicht, ist der Tablet-Computer – und hier bisher allen voran das iPad aus dem Hause Apple. Nach einem kurzen Abschnitt über den 2010 einsetzenden iPad-Hype soll → im Kapitel 4 die Technologie des Tablet-Computers vorgestellt werden und seine Rolle für den digitalen Wandel im Journalismus. Insbesondere die gerätespezifische Navigation und die mit ihr verbundenen Möglichkeiten der Nutzerführung bieten ein spannendes Experimentierfeld, das von den Medienanbietern sehr unterschiedlich beackert wird. Die Vorstellung der bisher typischen Tablet- Formate gibt einen aktuellen Einblick in die journalistische Praxis digitalen Storytellings auf Tablets. Anhand einer kurzen Manöverkritik einer iPad-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins brand eins soll beispielhaft verdeutlicht werden, worin die besonderen Möglichkeiten der neuen Endgeräte liegen und wie auf ihnen die Erkenntnisse aus dem vorangegangenen Kapitel angewendet werden könnten.
Der Blick über den Tellerrand hat noch nie geschadet. Trotzdem wird er in vielen Medienhäusern nur zaghaft gewagt. Dabei bietet neben der Buch- oder Musikbranche gerade auch die Welt der Computerspiele spannende Denkanstöße, die auch für den Journalismus von Wert sein können. → Im Kapitel 5 soll deshalb ein interdisziplinärer Zusammenhang zwischen interaktivem Storytelling als Lernmethode, Erkenntnissen aus der Computerspiel-Forschung und journalistischem Storytelling erläutert werden. Insbesondere die Interaktivität und das wahrnehmungspsychologische Phänomen des Flow-Erlebnisses beim Spielen vom Computerspielen bieten interessante Erkenntnisse, wie journalistisches Storytelling auf digitalen Endgeräten weiterentwickelt und verbessert werden kann.
→ Im Kapitel 6 wird beschrieben, dass mit einem Wandel der Medien auch immer ein Wandel der Darstellungsformen verbunden ist. Zudem wird erklärt, warum diese schon aus berufspraktischen Gründen überhaupt definiert werden sollten. Dabei werden auch die typischen Merkmale von Darstellungsformen auf digitalen Plattformen herausgearbeitet, um darauf aufbauend schließlich → im Kapitel 7 eine ausführliche Typologie digitaler Darstellungsformen aufzustellen. Dabei wird grundlegend zwischen mediumorientierten und funktionsorientierten Darstellungsformen unterschieden, die sich dann wiederum in einzelne Untergruppen gliedern. In nicht wenigen Fällen ist eine exakte Abgrenzung der Formen jedoch kaum machbar, da insbesondere auf digitalen Plattformen die Grenzen zwischen Medienarten und -formen verschwimmen.
Wer die Möglichkeiten digitalen Storytellings entdecken und anwenden möchte, muss sich auf eine permanente Betaphase einstellen – Ende offen. Deshalb ist ergänzend zum Buch auch diese Website entstanden, auf der die aktuellen Entwicklungen des digitalen Storytellings weiterführend begleitet und herausragende Beispiele aus der Praxis vorgestellt werden sollen.
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*zit. n. Lampert und Wespe, 2011