Interview zu digitalen Erzählformen

Das Online-Magazin THE NARRATIVE hat mit mir ein kleines Interview geführt, in dem es unter anderem um die Zeitungskrise, mein kürzlich erschienenes Buch “Digitales Storytelling” und neue Formen im digitalen Journalismus geht. Auch hier im Blog darf ich einen Teil des Interviews veröffentlichen:
THE NARRATIVE: Der Springer-Funke-Deal, der Verkauf der Washington Post an Amazon-Gründer Jeff Bezos – die Zukunft der Zeitungen wackelt. Eine Debatte um neue Formen des Journalismus ist entbrannt. Dabei kommen vor allem Chefredakteure und etablierte Journalisten zu Wort. Aber was sagt eigentlich der journalistische Nachwuchs dazu – etwa Sie als ein 30-jähriger Multimedia-Redakteur?
Was in meinen Augen bei der Debatte oft untergeht: Print ist zunächst einmal bloß ein möglicher Informationsträger von vielen – so wie es früher für Musik oder Filme auch mal Kassetten gab. Danach schreit doch heute in Zeiten von Internetdiensten wie Spotify oder iTunes auch keiner mehr. Alte Techniken werden eben durch neuere ersetzt. Also warum am Medium Papier festhalten, wenn es um guten, zukunftsfähigen Journalismus geht?
Wie muss sich denn das Storytelling verändern?
Es wird noch immer viel zu oft vom Text her als Ausgangsform gedacht. Warum kann ein Beitrag zum Beispiel nicht mal mit einem kurzen Intro-Video beginnen, bevor ein Text kommt?  Warum ein Thema nicht öfter mal datenjournalistisch auf einer Karte oder in einer interaktiven Infografik umsetzen? Im besten Fall sollte von Beginn der Recherche an überlegt werden, mit welcher Medienart welcher Aspekt einer Geschichte am besten erzählt werden kann. Die einzelnen Module ergeben dann zusammen den digitalen Mehrwert, den User nur auf digitalen Plattformen bekommen können.
War das auch der Grund dafür, dass Ihr Buch über digitales Storytelling nicht bloß gedruckt erschienen ist, sondern auch als eBook mit einer dazugehörigen Website, auf der Sie auch bloggen?
Ja, absolut. Es tut sich derzeit so viel im digitalen Journalismus, dass ein gedrucktes Fachbuch dazu schon fast veraltet daher kommt, bevor es überhaupt erschienen ist. Aus dem eBook können außerdem die vielen Beispiellinks schnell und direkt aufgerufen werden. Auf der Webseite digistory.de kann ich das Gedruckte digital weiterführen.
Welche neuen Erzählweisen des digitalen Journalismus werden in dem Buch beschrieben?
Sehr spannend finde ich etwa das Webdoku-Format oder die Form der Multimedia-Reportage, wie sie kürzlich auch Zeit Online mit einem Special zur Tour de France umgesetzt hat – ähnlich wie zuvor schon die New York Times mit „Snowfall“ oder der Guardian mit „Firestorm“. In diese Richtung muss es gehen. Auch wenn in der täglichen Praxis natürlich nicht jedes Thema so opulent erzählt werden kann.
>> Weiter zum kompletten Interview beim Online-Magazin THE NARRATIVE
[Foto oben: Rainer Sturm / pixelio.de]